Plakat zum Schützenfest 1851

VonElena

Plakat zum Schützenfest 1851

ProgrammA. Samstag, den 5. Juli, Vorabend:

Ankündigung des Festes durch Böllerschüsse.
Abends 9 Uhr: Fackelzug, Zapfenstreich und Serenade vor dem Kommandanten, Schützenkönige und
der Königin. Nachher feierliche General-Versammlung im Schützenlokale und Loosenziehung zum
Königsschießen.

B. Sonntag, den 6. Juli:

Morgens 5 Uhr Reveille. 10 Uhr Versammlung im Schützenzelte, Bewillkommnung der angekommenen
Mitglieder anderer Schützengesellschaften, hierauf Zug zum Kommandanten, Parade daselbst und
Einweihung der neuen Fahne. – Nachmittags 2 Uhr: Hornsignale, Versammlung der Schützen beim
Kommandanten, Abholung des Schützenkönigs und Zug zum geschmückten Festplatz; daselbst Kaffee
Gesellschaft, Harmonie und Tanz, Beginn des Vogel-, Stern- und Scheibenschießens,-sowie der
Volksspiele.

Abends 7 Uhr: Rückzug durch Frechen und Begleitung des Schützenkönigs nach Hause. – 1/2 10 Uhr:
Ball im festlich decorirtem Zelte, durch das Königspaar eröffnet.

C. Montag, den 7. Juli:

Morgens 8 Uhr Versammlung beim Kommandanten, Zug zur Kirche. – 9 Uhr.‘ Feierlicher Gottesdienst.
Nach dessen Beendigung Harmonie im Zelt. – Nachmittags 3 Uhr beginnen die nämlichen Feierlichkeiten
wie am Sonntage. -Abends 9 Uhr: Tanzmusik im Zelte.

D. Dienstag, den 8. Juli:

Vormittags 10 Uhr Restauration im Zelte. – Nachmittags die Feierlichkeiten wie an den beiden
vorherigen Tagen. – Abends 9 Uhr: Königs-Ball im Zelte.

E. Sonntag, den 13. Juli:

Nachfest: Nachmittags 2 Uhr: Hornsignale, Antreten beim Kommandanten, Abholung des Königs und
Zug nach dem Festplatze, Scheiben- und Sternenschießen bei Harmonie und Tanzmusik im Zelte.
Decorirung der drei bestem Scheibenschützen. – Abends 9 Uhr: Zum Schlusse Tanzmusik.

Uniformierte Mitglieder fremder Schützenvereine, welche sich beim Kommandanten melden und den Zügen anschließen wollen, haben freien Zutritt zu allen Festlichkeiten. Für Nichtschützen findet am Sonntage ein Preisscheiben-, am Montage und Dienstage ein Preisvogel-, so wie an allen drei ‚Pagen ein Sternenschießen statt.

Entree zu den Bällen 15 Sgr., zum Schießen und den Volksspielen an den Nachmittagen so wie zur Tanzmusik 10 Sgr., wofür eine Flasche Wein verabreicht wird. Damenfrei.

Für gute und presiwürdige Weine, so wie andere der Saison angemessenen Erfrischungen ist bestens gesorgt. Auch kann in einem beim Zelte angebauten Speisezimmer zu jeder Zeit a la Carte gespeist werden. Der Vorstand hat Sorge dafür getragen, daß verschiedene bequeme Wagen am Hahnenthore aufgestellt sind, welche gegen die mäßige Vergütung von 5 Sgr. zu jeder Tages- und Nachtzeit Gäste fahren.

Frechen, im Juni 1851

Der Vorstand

Wir dürfen wohl annehmen, dass so oder ähnlich alle Schützenfeste des vorigen Jahrhunderts verlaufen sind. ja, manche Festbräuche haben sich bis heute gehalten…

Das in dem Plakat erwähnte Schützenzelt scheint ein ziemlich fester Bau gewesen zu sein, denn im Frühjahr 1862, genauer am 21. April, sucht der Pächter der Schützenhalle, Johann Geusgen, beim Bürgermeister um die Genehmigung nach, dass in denn Lokal die von Dr. Fuß beantragte Urwählerversammlung stattfinden darf

Das Protokoll des Frechener Gemeinderates enthält unter dem 20. Juli 1867 die Eintragung dass die Gemeinde dem Schützenverein eine Landparzelle am Pützhüllenweg zur Anlage eines Schiessplatzes verpachtet. Die Pacht beträgt 5 Reichstaler pro Morgen, jedoch wird die Bedingung gestellt, dass der Verein keine Einwände erheben darf, wenn die Gemeinde aus der Fläche Wegebaumaterial entnehmen will.

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